Bibelvers des Monats

Dezember 2021



                


                                                             JS

Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der HERR. 


Sacharja 2,14


Ein Vers, der vor etwa 2500 Jahren gesagt und aufgeschrieben wurde. Also schon mächtig alt – doch trotzdem brandaktuell.


Der Satz ist Teil einer Botschaft, die Sacharja während einer Vision von einem Engel gesagt bekommt. Von insgesamt acht Visionen berichtet uns Sacharja. Sie sollten das Volk dazu ermutigen, den zerstörten und vernachlässigten Tempel wieder aufzurichten.


Warum war der Tempel zerstört? Die Antwort findet sich direkt im 2. Vers des Buches: „Der Herr ist über eure Väter sehr zornig gewesen! Darum (…) kehrt um zu mir, spricht der HERR der Heerscharen, so will ich mich zu euch kehren“ (V.2-3). Weiter heißt es: „Seid nicht wie eure Väter, denen die früheren Propheten verkündigt und gesagt haben: So spricht der HERR der Heerscharen: Kehrt doch um von euren bösen Wegen und von euren schlimmen Taten!“. Die tragische Geschichte des Volkes Israel ist in den Geschichtsbüchern des Alten Testamentes ausführlich beschrieben. Wir Menschen lieben uns selbst mehr als unseren Schöpfer und verachten seine Gebote. Die Folge ist die “Gottesferne“. Wenn bei Gott Frieden, Glück und der Ursprung allen Lebens ist, ist die Trennung von Gott der Tod. Die Abwendung von Gott - und damit von allem Guten – nennt die Bibel Sünde. Und die Folge, der Lohn der Sünde, ist Tod, Zerstörung und Auflösung.

Der Prophet Sacharja sieht sich also in einer alten, aber ernüchternden Tradition: Wie er waren vor ihm schon viele Propheten als Gesandte Gottes zum Volk Israel gekommen, um sie zu warnen, zu ermutigen und anzuflehen doch wieder zurück zu ihrem Gott zu kommen und sich von all ihrer Sünde abzuwenden. Und die Antwort der Zuhörer war immer wieder dieselbe: „Sie hörten aber nicht und achteten nicht auf mich, spricht der HERR.“ (V.4).


Am sichtbarsten wurde die Konsequenz der Sünde an der Verbannung ins babylonische Exil. Fast das gesamte Volk wurde vom mächtigen babylonischen Reich aus dem einst verheißenen Land Israel und seiner Königsstadt Jerusalem verschleppt. Der heilige Tempel wurde ausgeraubt und zerstört. Alle Hoffnung schien verloren. Die alten Verheißungen an die Urväter gebrochen. Das Volk „Gottverlassen“. Wirklich?


Und hier beginnt die hoffnungsvolle Botschaft Sacharjas, die uns bis heute gilt: Gott gibt die Menschen nicht auf. „Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der HERR.“ Das sollte trotz des Ungehorsams der Menschen in Erfüllung gehen. Gott selbst würde in diese Welt kommen und die Schuld der Menschen auf sich nehmen. In Jesus wurde Gott Mensch und trat ein für all unsere Rebellion und Auflehnung gegen Gott. Er wurde der Sündenbock, sprichwörtlich geschlachtet für die Sünden der Welt. An Weihnachten feiern wir die Ankunft Gottes. Demütig, bescheiden und arm kommt Jesus in einem Stall zur Welt und dreht so die Erwartungen der Menschen auf den Kopf. Er zeigt, dass groß zu sein nicht heißt bedient zu werden, sondern zu dienen. Er lebt das sündlose, Gott-wohlgefällige Leben, dass wir hätten leben sollen und tritt dennoch für uns ein.


In unsere Dunkelheit leuchtet ein Licht hinein, stärker als alle Finsternis der Welt (Joh. 1,5). Das Wort, das am Anfang aller Zeiten die Erde erschuf, kam und wohnte unter uns (Joh. 1,14). Als Jesus am Kreuz hängt, trägt er deine und meine Schuld und lädt uns ein, seiner Erlösung zu vertrauen. Diese Verheißung gibt noch mehr als nur den Ausblick auf Gottes Menschwerdung vor 2000 Jahren. Die Christen überall auf der Welt erwarten Jesu zweites Kommen. In Zion, Jerusalem der Königsstadt. Was für uns heute unwirklich klingt wird einmal wahr werden. Er wird kommen und ein Friedensreich errichten und mitten unter uns wohnen. Also gilt auch dir und mir:


„Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der HERR“


Lasst uns seine Bitte nicht abschlagen, ihn an- und aufnehmen, sodass wir uns mit dem Propheten über Gottes Wirken freuen. Lasst uns in dieser Weihnachtszeit neben der Freude über Gottes Menschwerdung auch in froher Erwartung seines Zweiten Kommens sein! Und damit: 

Frohe Weihnachten!


MD