Bibelvers des Monats

Mai 2021

Öffne deinen Mund für den Stummen, für das Recht aller Schwachen!

Sprüche 31,8



Dieser Abschnitt aus den Sprüchen stammt aus Belehrungen, die der König Lemuel von seiner Mutter erhielt. Diese Ermahnungen einer liebenden Mutter betreffen das persönliche Leben des Königs Lemuel, aber auch seine Aufgaben als König. Zu dieser Zeit beinhaltete die Aufgabe eines Königs nicht nur das Führen der Regierungsgeschäfte, sondern auch die eines Richters.

Lemuels Mutter fordert ihren Sohn in diesem Bibelvers auf, Mitleid zu haben, und sich aktiv für Menschen in Notlagen einzusetzen.

Es gibt Menschen, die sich aus psychischen, physiologischen oder aus sozialen Gründen nicht lautstark selbst Gehör und Recht verschaffen können. Dies kann dazu führen, dass sie Unrecht erleiden müssen oder, wie die Übersetzung nach Schlachter (Schlachter 2000) es ausdrückt, „dem Untergang geweiht sind“.

Die Belehrung der Mutter Lemuels besteht darin, ihrem Sohn zu raten, auch den weniger privilegierten und fähigen Menschen zu helfen und ihnen beizustehen, wie es der nachfolgende Vers 9 ausdrückt: „Tue deinen Mund auf und richte in Gerechtigkeit und schaffe Recht dem Elenden und Armen“.

Ungerechtigkeit widerspricht dem Wesen Gottes, vielmehr erwartet er eine barmherzige und erbarmende Einstellung, wie es z.B. in Sprüche 14, 31 zum Ausdruck kommt: „Wer dem Geringen Gewalt antut, verlästert dessen Schöpfer, aber wer sich des Armen erbarmt, der ehrt Gott.“

Auch wenn wir nicht die Machtfülle des Königs Lemuel haben gilt diese Ermahnung seiner Mutter auch heute allen Christen, denn Gott hat sich in seinem Wesen und in seiner Erwartungshaltung nicht geändert. Auch das Neue Testament betont die Gerechtigkeit Gottes (z. B. in Römer 2,11: „Denn es ist kein Ansehen der Person vor Gott.“), vielmehr wird auch hier zu herzlichem Erbarmen aufgefordert (z.B. in Kolosser 3,12), und Gott selbst wird ein „Erbarmer“ genannt (Jakobus 5, 11: „…, denn der Herr ist barmherzig und ein Erbarmer“).

Wenn diese Einstellung uns prägen soll, dann werden wir sicher ein reiches Betätigungsfeld in unserer persönlichen Umgebung finden, um den Rat aus Sprüche 31, 8 befolgen zu können: 

 Wo sehe ich Menschen, die sich nicht selbst zu helfen wissen? 

 Wo erkenne ich Ungerechtigkeit? 

 Wie kann ich mich einsetzen, wem kann ich helfen?                                                                           MG