Bibelvers des Monats
Euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, wird die Sonne der Gerechtigkeit
aufgehen, und Heilung [wird] unter ihren Flügeln [sein]; und ihr werdet
herauskommen und hüpfen wie Kälber aus dem Stall!
Maleachi 3,20
Das Bild von Kälbern, die aus dem dunklen Stall am Morgen in die helle Frühlingssonne auf das
Feld springen, zeichnet ein Bild purer Freude. Mit dem ganzen Körper drücken sie ihre Freude
und die neu angebrochene Freiheit aus und springen hervor.
Der Prophet Maleachi benutzt dieses Bild in einer Zeit der Dunkelheit. Die Zeit des Aufbruchs
war vorbei. Vor rund 100 Jahren war ein Rest des Volkes Gottes aus dem Exil zurückgeführt
worden, hatte die Stadtmauern und den Tempel Jerusalems wieder errichtet und Gottes starken
Segen erfahren. Hinter ihnen lag eine lange Zeit des Auf und Ab, in der Gott ihnen immer wieder
seine Treue zeigte, obwohl sie sich mit aller Kraft gegen ihn gestellt hatten.
Das Volk schien sich an das neue Leben gewöhnt zu haben und begann, die alten Verheißungen,
Bünde und Gesetze zu vernachlässigen. Nach und nach kompromittierten sie immer mehr von
dem, was Gott heilig war. Sie ließen sich von ihren Frauen scheiden, dienten fremden Göttern,
und Korruption breitete sich aus. Um noch einen Schein von Frömmigkeit zu wahren, blieb eine
leere Form des Gottesdienstes bestehen, aber das Beste gab man Gott schon lange nicht mehr.
Man kam ja auch ohne ihn ganz gut zurecht … oder? Die Geschichte der ständigen Abkehr von
Gott schien sich zu wiederholen.
Nun schickt Gott ein letztes Mal einen Propheten, um dem Volk den Spiegel vorzuhalten, sie vor
der Abkehr von ihm zu warnen und sie einzuladen, ihm doch endlich vollends zu vertrauen.
Maleachi zeichnet ein Bild von Gottes Reden an sein Volk und den Antworten des Volkes, in
denen sie alle Vorwürfe relativieren und abstreiten. „Ich habe euch geliebt“ (1,2), und sie
antworten vorwurfsvoll: „Worin hast du uns geliebt?“
Am Ende des Buches kündigt Maleachi den „kommenden Tag“ an, an dem Gott Gericht halten
und all diese Arroganz ihm gegenüber endgültig verurteilen würde. Ein schreckliches Erwachen
für all jene, die zu Lebzeiten denken: „Ja, wer Gott versucht, kommt ungestraft davon“ (3,15
NEÜ). Auf der anderen Seite stehen die, die „seinen Namen fürchten“ (3,20), die in diesem
Leben vielleicht in Bedrängnis und Entbehrung leben mögen, aber ihr Vertrauen auf Gott gesetzt
haben. Für diese heißt es:
Euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen, und
Heilung wird unter ihren Flügeln sein; und ihr werdet herauskommen und hüpfen wie Kälber aus
dem Stall!
Diese Freude und Heilung dürfen wir Gott sei Dank schon heute erleben. Das 400 Jahre lange
Schweigen Gottes nach den Worten des Propheten wurde durch Jesus gebrochen. Gott selbst
kam in Jesus als Mensch auf die Erde, um all die Korruption und den Aufstand unseres Herzens
gegen Gott auf sich zu nehmen, stellvertretend für uns die Strafe zu tragen und uns Heilung,
Gerechtigkeit und Freude zu schenken.
Wir dürfen in dieser dunklen Jahreszeit Mut fassen, indem wir auf Jesus statt auf uns selbst
schauen. Er ist das Licht der Welt, das die Dunkelheit durchleuchtet. MD