Bibelvers des Monats

Besser eine Hand voll mit Ruhe als beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach Wind.

Prediger 4, 6

Der Schreiber dieses Bibelbuches sucht in diesem Buch die Antwort auf die Frage, ob das Leben
lebenswert ist. Er betrachtet diese Fragestellung manchmal unabhängig von Gott („unter der
Sonne“, also nach irdisch-menschlicher Betrachtungsweise), und macht dabei einige
Beobachtungen.


In dem Abschnitt in Prediger 4, 4 – 6 betrachtet er u.a. die Frage nach Sinn oder Unsinn der Arbeit.
So kommt er in Vers 4 („Ich sah alles Mühen an und alles geschickte Tun: Da ist nur Eifersucht des
einen auf den anderen. Das ist auch eitel und Haschen nach Wind.“) zu dem Schluss, dass die
Motivation für viele Aktivitäten durch den Wunsch, besser dazustehen im Vergleich zu anderen
Menschen, gegeben ist. Das aber erzeugt oftmals Eifersucht und Neid. Er beurteilt das
nachvollziehbar als „eitel“ und „Haschen nach Wind“, d.h., nicht sinnvoll.
In Vers 5 („Ein Tor legt die Hände ineinander und verzehrt sein eigenes Fleisch.“) wird dann
jemand gezeigt, der den falschen Schluss daraus zieht und die Arbeit einstellt und nur seine
Rücklagen verzehrt. So eine Person wird als „Tor“ bezeichnet, d.h., Faulheit ist keine Gott
wohlgefällige Lebenseinstellung.
Demnach ist also eine harte Arbeitseinstellung nicht empfehlenswert, wenn sie aus falscher
Motivation heraus geschieht (Vers 4), ebenso ist Faulheit keine erstrebenswerte Haltung (Vers 5).


Der obige Vers 6 zeigt eine bessere Alternative: Besser etwas weniger zur Verfügung haben als aus
falscher Motivation mehr und mehr erarbeiten oder aber faul zu sein.
Ähnliche Gedanken, teils in einem anderen Zusammenhang, finden sich auch in anderen
Bibelbüchern:
Psalm 37, 16: Das Wenige, das ein Gerechter hat, ist besser als der Überfluss vieler Gottloser.
Sprüche 17, 1: Besser ein trockener Bissen mit Frieden als ein Haus voll Geschlachtetem mit Streit.
Sprüche 15, 16: Besser wenig mit der Furcht des Herrn als ein großer Schatz, bei dem Unruhe ist.


Diese Bibelstellen zeigen uns, dass es gut ist, auf einen vermeintlichen Vorteil zu verzichten, wenn
wir dadurch in Übereinstimmung mit Gottes Geboten und in Frieden mit unseren Mitmenschen
leben können.
Der Schreiber des Buches Prediger kommt zu dem Ergebnis, dass das Leben ohne Gott in vielen
Fällen „nichtig“ und wie ein „Haschen nach Wind“, also vergeblich, erscheint. Glücklicherweise
bleibt er nicht bei diesem frustrierenden Befund stehen, sondern kommt am Ende des Buches zu
folgendem Schluss:
Prediger 12,13: Lasst uns die Hauptsumme aller Lehre hören: Fürchte Gott und halte seine Gebote;
denn das gilt für alle Menschen.


D.h., ein Leben in Ehrfurcht vor Gott und in Übereinstimmung mit seinen Weisungen führt zu
einem sinnvollen Leben. Wir haben die Bibel als „Anleitung“ zu einem solchen Leben.               MG