Bibelvers des Monats
Denkt an die Gefangenen, als wäret ihr mitgefangen; denkt an die Misshandelten, denn auch ihr lebt noch in eurem irdischen Leib!
Hebraer 13, 3
Der Vers aus Hebräerbrief 13,3 ermutigt uns, Mitgefühl mit dem Leid anderer
Glaubensgeschwister zu zeigen: „Denkt an die Gefangenen, als wäret ihr
mitgefangen; denkt an die Misshandelten, denn auch ihr lebt noch in eurem irdischen
Leib!“ Diese Worte sind mehr als nur Mitgefühl. Sie laden uns ein, uns innerlich
berühren zu lassen und die Not des anderen nicht als etwas Fremdes zu betrachten.
Wir leben oft behütet in unserem Alltag und übersehen, dass viele Christen unter
Angst, Gewalt, Einsamkeit oder Ungerechtigkeit leiden. Während einige von ihnen
hinter Gittern sitzen, sind andere gefangen in Krankheiten, Sorgen, Schuld oder
Ablehnung. Das Wort Gottes erinnert uns daran, dass wir alle in Verbindung stehen.
Jeder von uns gehört dieser Gemeinschaft an und lebt in dieser Welt. Du bist Teil
einer Gemeinschaft, in der das Leid eines jeden das Leid aller ist, wenn du das
glaubst. Echte christliche Liebe beweist sich, indem wir nicht nur schöne Worte
finden, sondern bereit sind, zu helfen.
Der Hebräerbrief zeigt uns, dass Mitgefühl nicht aus sicherer Entfernung geschieht.
„Als wäret ihr mitgefangen“ bedeutet: Versetze dich hinein und fühle mit. Stelle dir
vor, du wärst an ihrer Stelle. Wir wollen nicht vergessen werden, wenn wir selbst
leiden. Vielleicht haben wir alle schon Augenblicke erlebt, in denen wir uns allein,
missverstanden oder schwach fühlten. Solche Erfahrungen können uns lehren,
barmherziger zu sein. Das Vorbild von Jesus Christus zeigt uns, wie man mit
Menschen umgeht. Er hat den Schmerz der Menschen wahrgenommen und erlebt.
Er hat sich liebevoll um die Kranken, Ausgestoßenen und Trauernden gekümmert. Er
trug am Kreuz das größte menschliche Leid, die Sünde, die durch Adam und Eva in
die Welt kam. Wir folgen seinem Beispiel, wenn wir heute an Menschen denken, die
misshandelt, unterdrückt oder innerlich zerbrochen sind. Manchmal ist man praktisch
zur Stelle, manchmal hört man einfach zu oder betet. Oft beginnen unsere
Geschichten damit, dass wir uns berühren lassen und unser Herz öffnen.
Dieser Bibelvers erinnert uns daran, dass unser eigenes Leben auch zerbrechlich ist:
„Denn auch ihr lebt noch in eurem irdischen Leib.“ Niemand ist besser als andere.
Wir sind alle verletzlich und brauchen Gottes Gnade. Das sollte uns demütig
stimmen. Sie ist eine Hilfe, um nicht auf andere herabzusehen oder ihre Not zu
minimieren. Es erfüllt mich mit Freude, dir mitzuteilen, dass du dadurch auch die
großartige Chance bekommst, Gottes Liebe ganz praktisch zu zeigen. Vielleicht
besuchst du heute jemanden, der einsam ist, betest für verfolgte Christen, spendest
einem belasteten Menschen Mut oder achtest bewusster darauf, wo Menschen in
unserer Umgebung leiden. Gott möchte, dass wir mit dem ganzen Herzen an Ihn
glauben und nicht nur mit dem Kopf. Wenn du anderen mit Liebe begegnest, bringst
du Licht in die Welt. (vm)